Zielgruppe und Kurskonzept |
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Nach Meinung von Experten kommt ca. die Hälfte aller Anlagen und Gebäude im Wohn- und Nichtwohnbau der Bundesrepublik für eine energetische Modernisierung in Betracht. Hiervon fallen etwa zwei Drittel auf die alten und ein Drittel auf die neuen Bundesländer. Zusätzlich stehen unzählige Gewerbebauten zur Renovierung und Umnutzung an. Während bis vor kurzem derartige Vorhaben additiv oder seriell geplant wurden (Architekt, Bauingenieur, TGA-Ingenieur), steht heute die integrative oder gemeinschaftliche Planung unter Systemgesichtspunkten zwingend im Vordergrund. Bei diesem sich verstärkt durchsetzenden Planungsvorgehen sind gewerkeübergreifende Fachkenntnisse unabdingbar. Die Erfahrungen, nicht zuletzt durch energetische Bilanzen (Primärenergie) und Analysen nachgewiesen, haben gezeigt, dass es bei der praktischen Umsetzung häufig Probleme gibt. Hier setzt der Energieberater an, indem er mit Hilfe seiner Fachkenntnisse den Momentanzustand eines Objektes analysiert und entsprechende Modernisierungskonzepte erarbeitet. Darüber hinaus kontrolliert er die Bauausführung auf Einhaltung der Vorgaben, um eine größtmögliche Energieeffizienz zur erreichen. Dies gilt selbstverständlich auch für Neubauten. Der Planer muß zukünftig im Sinne einer integralen Gesamtbilanzierung sowohl fachlich als auch betriebswirtschaftlich Komponenten und ihre effiziente Kombination bewerten und zusammenführen. Hier ist ein großes Aktionsfeld für den Energieberater zu finden. Er kennt neben den versorgungstechnischen Anlagen auch die Veränderungsmöglichkeiten des Baukörpers und der elektrischen Anlagen. Sinnvoll kombiniert er Forderungen der Wirtschaftlichkeit, der Energieeinsparung und des Umweltschutzes. Als kompetenter Ansprechpartner steht er allen Beteiligten zur Seite und überwacht die Ausführung.
Die Teilnehmenden werden dazu befähigt, Energieeinspar-, Sanierungs- und Modernisierungskonzepte gewerkeübergreifend für die gesamte Anlagentechnik, Gebäudeautomation und auch für den Baukörper unter Berücksichtigung der Energieeinsparverordnung sowie der Europäichen Gebäuderichtlinie zu erstellen sowie deren Ausführung und Einhaltung zu überwachen. Die Qualifikation vermittelt umfangreiches Wissen über das Zusammenspiel aller für die energetische Betrachtung relevanten Gewerke der Anlagentechnik und des Baukörpers. Das Thema Energieausweis ist ein Seminartschwerpunkt.
Zielgruppe
Zielgruppe dieser berufsbegleitenden Qualifikation sind vor allem Ingenieure und Architekten sowie erfahrene Fach- und Führungskräfte aus dem Bereich der Gebäudetechnik und der Technischen Gebäudeausrüstung, Immobilienwirtschaft oder artverwandten Fachgebieten. Auch Techniker, Meister und andere Interessierte Personen sind uns herzlich willkommen. (Bitte beachten Sie die weiteren Informationen zur Anerkennung und Zertifizierung )
In den bisherigen 11 Fortbildungen zum Energieberater TGA konnten etwa 250 TeilnehmerInnen die Kurse erfolgreich abschließen. Das Spektrum der Qualifikationen erstreckte sich von Fachberufen über Meister- und Technikerausbildungen bis zu Ingenieursabschlüssen, bei denen der Schwerpunkt lag.
Kurskonzept
In etwa 180 Unterrichtseinheiten vermittelt der Kurs umfangreiches Wissen über das Zusammenspiel des Baukörpers, der Anlagentechnik und der Nutzung von Gebäuden. Schwerpunkt sind dabei die für alle Fachrichtungen neuen Themengebiete: das Erstellen von Energiebilanzen und Energiegutachten, Gesamtwirtschaftlichkeitsbetrachtungen und die Erarbeitung gewerkeübergreifender Modernisierungsempfehlungen.
Die Vermittlung des Wissens erfolgt in Präsenzkursen. Die Teilnehmer können Schwerpunkte mit Hilfe von Datensammlungen im Internet eigenständig vertiefen. Die Präsenzphase umfasst zum einen Wohnbau-Veranstaltungen (BAFA-Inhalte) und zum anderen optionale Aufbauveranstaltungen mit vertiefenden Themenschwerpunkten im Nichtwohnbau.
Die Wohnbau-Module 1 - 7 befassen sich u. a. mit den Themen:
- Bewertung und Verbesserung des Baukörpers,
- Bewertung und Verbesserung von Heizungs-, Lüftungs- und Trinkwarmwasseranlagen,
- Möglichkeiten des Einsatzes Erneuerbare Energien,
- Energiebilanzierung von Wohngebäuden mit Softwareanwendung und Berichterstellung,
- Wirtschaftlichkeitsberechnung.
Das Aufbau-Modul 8 befasst sich u. a. mit:
- der Bewertung und Verbesserung von Nichtwohnbauten,
- Energiebilanzierung von Nichtwohngebäuden mit Softwareanwendung.
Der Kurs schließt in jedem Fall die Bearbeitung eines selbst gewählten Beispielprojektes ein. Dies erfolgt von jedem Teilnehmer individuell. Es ist hierfür mit einem zusätzlichen Arbeitsaufwand von ca. 40 Stunden zu rechnen.







